2. Hessisches W 126-Treffen

Frühjahrstreffen 2005
vom 22. bis 24. April



Nachdem wir beim letzten Jahrestreffen am Titisee mit einem Wiedersehen beim nächsten Hessentreffen in Hofheim verabschiedet wurden, machten wir uns im November 2004 wieder an die Arbeit. Wir, das sind Ralf Weber, Dirk Busch, Holger Dau und Jörg Ewering. Die Aufgabenverteilung wurde wie im Vorjahr vorgenommen. Da wir bereits im Jahr 2004 beim Ersten Hessischen 126er Treffen die Messlatte recht weit nach oben gelegt hatten, kam natürlich für 2005 nur ein Event in noch besserer Qualität in Betracht!

Als Ausgangspunkt für die gesamte Veranstaltung wurde wieder das Hotel Rosenberg gewählt, hier haben wir einfach vom Hotel her und auch von den Parkmöglichkeiten ideale Voraussetzungen. Auch für 2005 gelang es uns, die Hotel-Sonderpreise wieder zu vereinbaren, sodass wir zumindest beim Hotelzimmer keine S-Klasse-Zuschläge bezahlen müssen.

Unser Freund Jürgen Kilb vom Mercedes-Benz Autohaus Weicker in Kelkheim sagte uns ebenfalls wieder seine Unterstützung zu, das machte uns sehr froh. Wir waren hoch motiviert, weil wir wissen, dass wir als Team unschlagbar sind. Und weil wir alles noch ein bisschen kreativer machen wollten, gab es an den vielen Vorbereitungsabenden enorm viel Gesprächsstoff.

Für die Strecke der Ausfahrt hatten wir mit Holger und Jörg zwei hoch motivierte 126er Fans, die nur darauf brannten, noch mehr aus der Ausfahrt zu machen als 2004. Der Hessische Abend am Freitagabend ist 2004 ein echtes Highlight gewesen, wie kann man so etwas übertreffen? Mit der Waldgaststätte Meisterturm! Alle Teilnehmer mussten auf dem Weg dorthin einen Waldspaziergang absolvieren, sollten aber später durch eine exzellente Küche belohnt werden.


Waldgaststätte Meisterturm - nicht nur für Männer allein im Wald!




Die Teilnehmermappen, die Christian Martin letztes Jahr auf Basis eines 126er Prospekts gedruckt hatte, waren 2004 eine kleine Sensation und wurden in ähnlicher Form beim Titisee-Treffen nachgeahmt. Es war klar, dass wir davon keinen dritten Aufguss haben wollten. Angeregt durch eine von Andy Warhol inspirierte Arbeit von Rene Staud, die Ralf in seinem Büro hängen hat, und die farblich verfremdete Mercedes-Benz 300 SL-Ansichten zeigt, hatten wir die Idee, das gleiche mit 126er Motiven auszuprobieren. Wir legten eine Serie von 126 Kunstdrucken mit diesem Motiv auf (siehe Homepage Sektion Frankfurt/ Hofheim: www.mbsh.de, Bestellpreis: 12,00 Euro). Das gleiche Motiv schmückte auch unsere Teilnehmer-Mappen. Wir hatten ganz einfach den Ehrgeiz etwas zu schaffen, das in 126er Kreisen zu langgezogenen "Aaaaaaaah-Ausrufen" führen sollte.


Retro-Kunst: W 126 auf den Spuren Andy Warhols.



Noch ein weiteres Highlight, von dem die Szene sprechen sollte, war unsere Idee, die Ahnengalerie der S-Klassen aufzubauen. Angeregt durch ein Original Foto aus dem Mercedes-Benz Foto-Archiv, das Ralf mit einer Widmung von Bruno Sacco für den Mercedes-Benz W 126-Club erhalten hatte, wollten wir ganz genau das nachstellen. Die Teilnehmer sollten, wenn sie auf den Hotelparkplatz auffahren würden, genau das sehen! Entsprechend groß war dann natürlich später auch die Überraschung.


Original...

... und Remake.

"Live" sind sie am schönsten!



Freitagmorgens holten wir die Fahrzeuge für unsere S-Klassen-Ahnengalerie aus Karben, Falkenstein, Frankfurt und Hofheim - da war der Vormittag fast rum. Die ersten Gäste aus der Schweiz waren bereits am Donnerstag angereist. Diese wunderten sich, dass am Freitagmorgen erst kaum etwas geschah, aber als die älteren Fahrzeuge nach und nach auf den Hotelvorplatz fuhren, war die Begeisterung groß. Nachdem alle Fahrzeuge endlich da waren, wurden diese zentimetergenau positioniert, so dass die Damen und Herren Fotografen ihre Freude haben sollten. Sahnehäubchen waren noch die von Jörg organisierten Kennzeichen, wie sie damals in den Showrooms von Mercedes üblich waren. Die Sonne lachte und vor uns standen ein 300d (Adenauer), ein W 111 (Heckflosse), ein W 108, ein W 116, natürlich ein W 126, aber auch ein W 140 und ein W 220! Es war ein wunderschöner und imposanter Anblick, aus jeder erdenklichen Perspektive. Alle Design-Epochen im direkten Vergleich konnten aus jedem Blickwinkel betrachtet werden. Und wir waren mächtig stolz auf das, was uns da gelungen war.

Das Welcome-Center wurde zu Ende dekoriert, an den Außenwänden des Hotels, vom Dach herunterhängend noch Mercedes-Fahnen befestigt, die Teilnehmermappen noch fertig gestellt, jetzt konnten unsere Gäste kommen.


Gewohntes Bild bei Treffen im Mercedes-Benz W 126-Club e.V.: Das herzliche Wiedersehen!



Und sie kamen aus ganz Deutschland, der Schweiz und den Niederlanden! Nach und nach füllte sich der Hotelparkplatz. Am Nachmittag fuhr Ralf Weber im Konvoi mit einer Gruppe von mehreren 126ern in die historische Altstadt von Hofheim - eine Stadtführung stand auf dem Programm. Unsere Führerin war begeistert von der Gruppe und Ralf sagte ihr, dass es eigentlich ganz natürlich sei: "Wer ein älteres Fahrzeug liebt, ist auch an älteren Bauwerken interessiert und hat ein Herz für die Geschichten, die jedes Haus zu erzählen hat - so wie unsere älteren Fahrzeuge auch viele Geschichten erzählen könnten."


Auf allen Straßen zu Hause...

... - der Mercedes-Benz
W 126!



Nachdem Holger und Jörg die beiden Shuttle-Busse geholt hatten, ging es pünktlich um 19.00 Uhr los zum Hessischen Abend. Vom Fuße des Kapellenbergs aus war ein schöner Fußmarsch durch den frisch-grünen Wald angesagt, vorbei an der Kapelle und hinauf zum Meisterturm. Manche wunderten sich, dass es im Taunus doch so steile Berge gibt. Jede einzelne Marlboro ließ herzlich grüssen! Im rustikal eingerichteten Blockhaus am Meisterturm wurden hessische Gerichte und Spezialitäten serviert. Spät am Abend, dunkel war es in der Zwischenzeit geworden, und der Vollmond schien hell, ging es zünftig mit Fackeln durch den finsteren Wald wieder bergabwärts zur Busstation. In der Hotelbar wurden noch einige Absacker für die Nachtruhe genommen, die Bediensteten in der Hotelbar berichteten von 5 Uhr morgens, bis die letzten Teilnehmer die erforderliche Bettschwere erreicht hatten.


Waldgaststätte Meisterturm: Der Hessische Abend in rustikal-gemütlicher Atmosphäre.



Am Samstag schickte uns Petrus die Sonne: Die Stimmung konnte gar nicht besser sein! Auf dem Hotelparkplatz ging jede 126er Startnummer einzeln, nachdem zum Start die Nationalflagge geschwenkt worden war, auf die Reise. Dirk passte genau auf, dass der Abstand exakt eingehalten wurde, damit jeder wirklich für sich anstatt im Konvoi fahren konnte. Holger gab jedem Team das entsprechende Roadbook mit der Streckenbeschreibung und den Fragebogen ins Auto.


Aufbruch zur Einzelfahrt: Jeder Teilnehmer startete allein auf die hessische "Rätselrallye".



Auch in diesem Jahr ging die Rallye durch den Taunus. Vom Hotel aus ging es durch den Hofheimer Stadtwald und das schöne Lorsbachtal nach Waldems-Esch. Von dort über meistens kleine und liebevoll ausgesuchte Straßen an die Lahn, bis nach Villmar. Dann der Lahn entlang nach Runkel, wo eine kleine alte Steinbrücke mit Kopfsteinpflaster das Flüsschen überquert. Nächstes Ziel war Weilburg, das 2005 den Hessentag ausrichtet und sich deshalb bereits prächtig herausgeputzt hatte. Vorbei an schönen alten Gebäuden am Markplatz ging es in den extra für die 126er Fahrzeuge geöffneten Schlosshof. Alle Fahrzeuge wurden in zwei Reihen aufgestellt; die Teilnehmer konnten im Freien zu Mittag essen und dabei gleichzeitig die Fahrzeugparade ansehen. Ein Gruppenfoto vor der alten Kulisse bot sich an - aus allen Perspektiven konnten die Fahrzeuge abgelichtet werden, bevor es am Nachmittag auf zum zweiten Teil durch Hessen ging. Die Rückfahrt ging durch Weinbach, Laubuscheschbach, Mönstadt, Merzhausen, Hunoldstal, zum Feldberg. Der Feldberg ist die höchste Erhebung im Taunus und bei dem schönen Wetter ein begehrtes Ausflugsziel. Viele Radfahrer fahren mit hochrotem Kopf zum Feldberg hinauf, um dann mit einer wahnsinnigen Geschwindigkeit wieder zu Tal zu sausen. Motorradfahrer tummeln sich ebenfalls bei gutem Wetter rund um den Feldberg. Bei schönem Wetter ist dort ein Betrieb wie auf einer Haupteinkaufsstraße am Freitagnachmittag.


Sternparade auf dem Schlosshof.

Ein S-klassiges Ambiente!



Vom Feldberg ging es über Königstein zu Mercedes-Benz, Autohaus Weicker in Kelkheim. Jürgen Kilb hatte uns zu Kaffee und Kuchen eingeladen. Viele andere Oldtimerfans kamen mit Ihren Schätzchen ebenfalls zum Autohaus. Wir hatten alle Teilnehmer unserer Sektion www.mbsh.de dazu eingeladen und Jürgen seine Freunde ebenfalls.

Oliver Stork stellte in der Oldtimerwerkstatt des Autohauses Weicker einen geschlachteten W 126 vor, der zuvor als typischer Blender beeindruckte, es aber faustdick hinter den üblichen verborgenen Stellen hatte. Roststellen an den Türinnenseiten oben im Fensterbereich, die durch die Türverkleidung verdeckt werden, das hatte bisher auch noch nie einer von uns gesehen. Vor dem Autohaus standen 126er und Oldtimer von Mercedes und anderen Marken in großen Mengen: Es war ein großartiges Bild. Unter anderem konnten ein wunderschöner 300 SL-Flügeltürer, historische Lkws, ein DKW, ein VW, ein paar "Engländer", aber auch die Mercedes-Palette vom Ponton bis zum W 116 besichtigt werden. Im Verkaufraum stand sogar ein zypressengrüner W 126 zum Verkauf.


Ob werdende, ...

... gewordene, ...

... große, ...

... sportliche, ...

oder beringte Oldtimer - beim Autohaus Weicker wurde jedem etwas geboten!

Wieder zu haben:
Ein 280 SE im Showroom, fast wie vor 25 Jahren!

Bei Kaffee und Kuchen ließen sich die Eindrücke bestens verarbeiten.



Anschließend fuhren alle zum Hotel zurück, um sich für den Festabend herzurichten. Nachdem wir den ganzen Tag strahlenden Sonnenschein genossen hatten, fielen nun ein paar Regentropfen, kühlten die Motorhauben unserer Fahrzeuge ab und spülten den hochpolitisch diskutierten Feinstaub weg.

Zum Beginn unseres Abends trafen wir uns zu einem Sektempfang auf der überdachten Terrasse. Anschließend wurde von Ralf das große Buffet eröffnet, bei dem jeder für sich etwas Leckeres finden konnte. Die Erlebnisse vom Tage wurden ausgetauscht, von anderen Treffen wurde berichtet, Themen rund um den W 126 erzählt. Ralf ehrte Jürgen Kilb für seine große Unterstützung des Zweiten Hessischen 126er Treffens, aber auch für seine große kameradschaftliche Hilfe der Sektion Frankfurt/ Hofheim gegenüber. Sein Sonderpreis war ein Gutschein für ein von Jens Mächler mit Swizöl durchzuführendes Tagesseminar in Brenners Park Hotel in Baden-Baden, um dort in die Geheimnisse der professionellen Fahrzeugpflege eingewiesen zu werden. Außerdem schenkten wir ihm einen der limitierten W 126-Kunstdrucke. Nachdem sich alle am Buffet nach Herzenslust gelabt hatten, wurde die Band "acoustic-dry" vorgestellt, die mit ihren Songs aus den Sechziger bis Achtziger Jahren das Ohr der Teilnehmer fand. Es wurde mitgesungen, die Stimmung stieg, und nach ca. 40 Minuten ging es zum nächsten Höhepunkt des Abends. Ralf führte ein Interview mit Jens Mächler, der sich den Produkten aus dem Hause Swizöl verschrieben hat.


Sektumtrunk: Der Festabend beginnt!

Zunächst wollte der Magen beruhigt werden - stilvoll mit Buffet.

Beim gemütlichen Beisammensein ließ sich der Tag unterhaltsam revue passieren.

Die heiß ersehnte Auflösung der Fragebögen mit anschliessender Siegerehrung, ...

... Live-Musik der 60er, 70er und 80er Jahre...

... und das Interview mit Jens Mächler boten ein hochkarätiges Abendprogramm!



Viele erwarteten nun mit Spannung die Siegerehrung. Zunächst klärte Holger das Rätsel der Fragen auf. Die Punktevergabe lag recht eng beieinander und Jörg übernahm die Preisverleihung. Zehn Pokale wurden an die einzelnen W 126-Teams verteilt. Der erste Preis wurde zusätzlich mit einem Grundausstattungskoffer von Swizöl belohnt. Vielen herzlichen Dank an Jens Mächler für sein großzügiges Sponsoring unserer Veranstaltung! Nach der Preisverleihung spielten die drei Musiker wieder weiter und erst weit nach Mitternacht klang der Abend so langsam aus. Manch einer wurde noch in der Hotelbar gesehen, die bis in den frühen Morgen geöffnet war.

Sonntag früh hieß es für Dirk und Jörg: Früh aufstehen - ab zum Bäcker, die bestellten Brötchen holen und für die Lunchverpflegung belegen. Das Orga-Team war relativ früh wieder am Hotel zur Stelle, denn wir wollten, wie im Vorjahr, allen Teilnehmern ein Lunchpaket mit Verpflegung für die Rückreise überreichen. Diesmal war es offenbar so, dass sich alle besonders wohl fühlten, so dass es niemand eilig hatte, schnell nach Hause zu kommen. Erst gegen Mittag haben die letzten Teilnehmer die Heimreise angetreten.

Der Traum von einem schönen Wochenende mit vielen netten Menschen und vielen sehr schönen W 126-Fahrzeugen ist wieder Wirklichkeit geworden!

Uns blieb noch, das Welcome-Center abzubauen und die Fahnen einzuholen. Alle S-Klasse Fahrzeuge der Ahnengalerie wurden wieder zurückgebracht oder die Besitzer holten sie selbst ab. Der ganz normale Wahnsinn des Alltags bekam uns wieder zurück.


Jörg Ewering und Ralf Weber


(Fotos: Dietrich Kobosch, Dirk Busch & Jörg Ewering)