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Aber lassen wir Tom Heldt selbst erzählen, wie er zu der S-Klasse kam: "... wie gesagt, habe ich
mehr oder weniger "blind", d.h. bei autoscout24, auf der Suche nach einem W 123 280 CE die S-Klasse
gefunden. Am nächsten Tag 400 Kilometer nach Salzgitter gefahren und ohne Probefahrt nur nach
Sicht gekauft und eine Woche später abgeholt. Da wusste ich noch nichts von seiner "Vergangenheit".
Laut KFZ-Brief lief der Wagen seit dem 17. Januar 1977 bei der Senatskanzlei Bremen mit dem Kennzeichen
HB-3-1. Dort habe ich mich dann durchgefragt, um näheres zu erfahren. Meine Vermutung war ja, daß es
sich um den Dienstwagen irgendeines Senators handelt. Das es am Ende der Wagen des Senatspräsidenten
und Bürgermeisters Hans Koschnick war, war natürlich eine große Überraschung und eine Freude, denn Hans
Koschnick war und ist noch immer einer der ganz großen Männer der Sozialdemokratie in Deutschland. Er
war gut 18 Jahre in Bremen im Amt und Würden, später in seiner Eigenschaft als Landesvater auch
turnusgemäß Bundesratspräsident.
Während der nächsten knapp zwei Jahre stand ich dann mit Herrn Thorsten Eden von der Senatskanzlei in
ständigem Kontakt, der mir kenntnisreich und hilfsbereit meine Fragen zum Wagen in Bezug auf den
Auslieferungszustand beantwortet hat.
Zur BREMEN CLASSIC MOTORSHOW 2006 sind wir als Besucher nach Bremen gefahren, noch ohne den Gedanken,
ihn dort ein Jahr später, pünktlich zu seinem 30. Geburtstag präsentieren zu dürfen.
Wir wollten aber unbedingt nach Bremen zurückkommen, was sich aber hinzog, weil die Wiederinstandsetzung
des Dicken dauerte und dauerte. Herr Eden wurde über jeden Fortschritt unterrichtet, und ließ sich wohl
mit der Zeit von unserer Begeisterung für das gute Stück anstecken. Jedenfalls lud er uns für den Fall,
dass wir mal wieder an die Weser kommen würden, ins Rathaus ein, um den Wagen vorzuführen.
Auch mit Herrn Dr.h.c. Koschnick hatten wir schriftlich Kontakt, der sich ebenso überrascht wie erfreut
zeigte, dass sich jemand um den Erhalt "seines" alten Dienstwagens sorgte und kümmerte. Da er damals
schon nicht flog, wurden seinerzeit große Strecken (Bremen – Bonn - Berlin) im Auto zurückgelegt.
Die 400.000km auf der Uhr erscheinen mir da eher noch zu wenig...
Auf jeden Fall, so schrieb mir jetzt Herr Auleb, einer seiner Fahrer, habe ihn der Wagen nie im Stich
gelassen - Kommentar überflüssig.
Aus Sicherheitsgründen (1977 - die RAF liess grüssen) war das Fahrzeug mit drei Kennzeichen
ausgestattet. Zwei Behördenkennzeichen (HB-3-1, HB-3-8) und eine neutrale HB-Nummer (HB-CK 330), die
übrigens die Initialen von Frau Koschnick trug. Die "3" stand für die Bremer Behörde und die "1" für
Bürgermeister Hans Koschnick auf Dienstfahrt.
Auf der Messe erschien dann auch tatsächlich Herr Eden auf unserem Stand, um das "Endergebnis" in
Augenschein zu nehmen, und lud uns für Montagmorgen ins Rathaus ein. Dort bot er mit uns dann eine
Führung durch das gesamte Gebäude (also nicht das Touristenprogramm). Er erläuterte uns die Geschichte
der einzelnen Gebäudeteile und führte uns durch die historischen Räume, die zum größten Teil noch heute
genutzt werden. Immerhin stammen die ältesten Teile des Rathauses aus dem 15. Jahrhundert! Sogar den
Balkon und den Dachboden durften wir besteigen.
Als Krönung des Besuches wurden wir am Ende noch Herrn Koschnick vorgestellt, der noch
immer ein Büro im Rathaus hat und fast täglich dort arbeitet. Der Mann wird bald 80, nicht nur
dafür verdient er allerhöchsten Respekt und Hochachtung."
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